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Als Grundlage für weitere Betrachtungen soll im Folgenden der Intermedialitätsbegriff nach Rajewski (2002, 1-58) kurz skizziert werden. Dass dieser Abriss nicht vollständig sein kann, hängt auch damit zusammen, dass er nur als kleiner Denkanstoss bzw. als Zusammenfassung bereits angestellter Überlegungen angesehen werden sollte.

Ganz allgemein umreißt die Autorin Intermedialität als ein Phänomen der Grenzüberschreitung und der medialen Interferenz. Konträr dazu sieht sie die momentan noch häufig in der Forschungspraxis vorherrschenden Abschottung der einzelnen Medien. Selbst einzelne wissenschaftliche Disziplinen praktizieren weitestgehend ein Nebeneinander als ein fruchttragendes Miteinander.

Bei der Betrachtung der Begrifflichkeit Intermedialität werden des Weiteren diverse Subkategorien, die z.T. sogar als gleichwertige Kategorien verwendet werden, offenbar. Termini, wie Multimedialität, Poly- / Plurimedialität, Transmedialität, Medienwechsel, Medientransfer und mediale Transformationen kommen dabei zum tragen.

In einem nächsten Schritt versucht die Autorin Hauptbegrifflichkeiten zu definieren. Intermedialität wird damit als „Oberbegriff für die Gesamtheit aller Mediengrenzen überschreitenden Phänomene“ bzw. Phänomene, die „in irgendeiner Weise zwischen den Medien anzusiedeln sind“, beschrieben. Transmedialität hingegen bezeichnet „medienunspezifische Wanderphänomene“ bzw. „das Auftreten des selben Stoffes oder die Umsetzung einer bestimmten Ästhetik bzw. eines bestimmten Diskurstyps in verschiedenen Medien, ohne daß hierbei die Annahme eines kontaktgebenden Ursprungsmediums wichtig oder möglich ist oder für die Bedeutungskonstitution des jeweiligen Medienprodukts relevant würde.“ (Die Begrifflichkeit Intramedialität wird außer Acht gelassen, da es sich hier um „Phänomene [handelt], die nur ein Medium involvieren.“ Dies ist für unsere Betrachtungen nicht von Relevanz.)

Um nun die Vorteile eines weitgefassten Intermedialitätsbegriffs zu betonen, nennt sie zum ersten die Tatsache, dass dadurch alle potentiellen Relationen zwischen sämtlichen medialen Ausdrucksformen gefasst werden können, dass zum zweiten trans- von intermedialen Phänomenen unterschieden werden können und dass schließlich den verschiedensten Phänomenen des Intermedialen damit Rechnung getragen werden kann.

So expliziert Rajewski im Anschluss drei Subkategorien des Intermedialitätsbegriffs: Medienkombination (mediales Zusammenspiel, Medienfusion, Multi-, Pluri- Polymedialität), Medienwechsel und intermediale Bezüge.

Sie definiert diese wie folgt:
1. Medienkombination
Die Qualität des Intermedialen betrifft im Falle der Medienkombination die Konstellation des medialen Produkts, d.h. die Kombination bzw. das Resultat der Kombination mindestens zweier, konventionelr als distinkt wahrgenommener Medien, die in ihrer Materialität präsent sind und jeweils auf ihre eigene, medienspezifische Weise zur (Bedeutungs-)Konstitution des
Gesamtprodukts beitragen. Intermedialität stellt sich hier demnach als ein kommunikativ-semiotischer Begriff dar, der – dies ist entscheidend – auf der Addition mindestens zweier, konventionell als distinkt wahrgenommener medialer Systeme beruht.

2. Medienwechsel
Die Qualität des Intermedialen betrifft hier den Produktionsprozeß des medialen Produkts, also den Prozeß der Transformation eines medienspezifisch fixierten Prätexts bzw. Textsubstrats in ein anderes Medium, d.h. aus einem semiotischen System in ein anderes. [..] Intermedialität wird hier zu einem produktions-ästhetisch orientierten, genetischen Begriff.

3. intermediale Bezüge
Die Qualität des Intermedialen betrifft in diesem Fall ein Verfahren der Bedeutungskonstitution, nämlich den (fakultativen) Bezug, den ein mediales Produkt zu einem Produkt eines anderen Mediums oder zum andern Medium qua System herstellen kann. [..] Intermedialität wird hier zu einem kommunikativ-semiotischen Begriff, wobei per definitionem immer nur ein Medium – das kontaktnehmende Objektmedium – in seiner Materialität präsent ist.

Aus den bestimmten Begrifflichkeiten formt sich schließlich ein Schema, das die intermedialen Bezüge, den Medienwechsel und die Medienkombination als Subsysteme von Intermedialität verortet. Selbige wird als Subkategorie von Transmedialität betrachtet. Als wichtigste Subkategorie der Intermedialität benennt die Autorin die Kategorie der intermedialen Bezüge. Um diese näher zu beleuchten, stellt Rajewski zwei Fragen in den Raum:

Wie lassen sich Bezüge innerhalb eines medialen Produkts auf ein anderes mediales System oder auf ein einzelnes Produkt eines anderen Mediums identifizieren und nachweisen?

Inwiefern kann ein Medienprodukt ein anderes mediales System bzw. Produkt zitieren, realisieren, einbeziehen?

Es stellt sich nach der recht strikten Kategorisierung durch Rajewski jedoch die Frage, ob die angewandte Schematisierung auch auf die zu betrachtenden Belange der Analyse des Medienwechsels zwischen Weblogs und anderen Medien (Printprodukte, Onlineangebote, TV) übertragen werden kann. Vielmehr ist eine Adaption des Konstruktes notwendig, die durch globalvillage zu folgendem Schluss wie folgt lautet.

Intermedialität wird als Gesamtheit aller Mediengrenzen überschreitenden Phänomene an die Spitze gestellt und bezeichnet damit die Oberkategorie. Transmedialität, als die Bezeichnung für medienunspezifische Wanderphänomene (die Annahme eines kontaktgebenden Ursprungsmediums ist weder wichtig noch möglich), und Medienwechsel, als Prozess der Transformation eines medienspezifisch fixierten Texts in ein anderes Medium, werden als Subkategorien angesehen. Im Sinne des Forschungsinteresses, das zum einen die Wanderung von Themen und Themensequenzen in Diskursen über Mediengrenzen hinweg (Aspekt der Transmedialität) umfasst und zum anderen die Transformationsprozesse bei der Weitergabe der Themen und Themensequenzen von Medium zu Medium (Aspekt des Medienwechsels) betrachtet, werden die genannten Begriffe zu Subkategorien der Intermedialität. Als Essenz resultieren die intermedialen Bezüge, die die konkret wahrnehmbaren Einzelphänomene beschreiben, die Intermedialität herstellen.

Fraglich bleibt, wo nun genau Weblogs einzuordnen sind?
cp meinte am 10. Feb, 12:19:
hallo

hier noch etwas zu theorising weblogs
... aber vielleicht habt ihr das auch schon gelesen 
cp antwortete am 10. Feb, 12:26:
und noch was, kann jemand dänisch...
da ist eine masterarbeit über blog mit literatur 
cp meinte am 10. Feb, 12:30:
geht da jemand hin?

so, dass war's von mir 
cp meinte am 11. Feb, 11:17:
noch was (vielleicht) nützliches 
grothesk antwortete am 11. Feb, 13:13:
ja danke...
danke chris...das meiste davon steht aber auch im nieman-report. 
 

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